St. Petri-Margareten Orgel

Zur Kirche:

Mit der Gründung der ersten Petri-Kirche um 1250 bildete sich zugleich die erste Gottesdienstgemeinde. Nach Erweiterung der Kirche von 1352 bis 1356 wurde sie vom Deutschen Orden verwaltet. Sie war Filialkirche der zweitgrößten Kirche Thüringens, der Marienkirche in der Mühlhäuser Oberstadt. Aus dieser Zeit stammen die gotischen Ausstattungen wie Taufstein, Säulen und Fenster. Nach der Reformation wurde die St. Petri-Kirche Pfarrkirche und erhielt einen Glockenturm. Weitere Umbauten gab es in der Barockzeit zwischen 1745 und 1749 (Altar, Kanzel und Emporen) und ein neogotischer Neuaufbau der Kirche erfolgte zwischen 1893 bis 1895.

Zur Orgel:

Bereits 1710 wird an den bekannten Mühlhäuser Orgelbauer Johann Friedrich Wender der Auftrag vergeben, für die Petri-Kirche ein Orgelwerk zu bauen, das dann ein „Herr Bach“ für 3 Gulden und 4 Groschen 1713 einspielt. 1829 wurde Johann Friedrich Schulze aus Paulinzella bei Arnstadt mit dem Bau einer neuen Orgel beauftragt und schließlich 1910 der Orgelbauer Rühlmann, damals in 2. Generation Orgelbauer aus Zörbig. 
Die Orgel (II/28) in St. Petri-Margarethen ist das Opus 325 dieses Orgelbauers. Das Schaffen der Orgelbauerfamilie Rühlmann konzentrierte sich im Wesentlichen auf das Gebiet der ehemaligen Provinz Sachsen. Auch in Mühlhausen war die Firma mehrmals tätig, nämlich in der Nicolaikirche und in Seebach. Im Raum Mühlhausen ist die Orgel von St. Petri-Margarethen das größte Werk dieses Orgelbauers. 
Die Orgel in St. Petri-Margarethen ist ein Denkmal einer ausklingenden Orgelästhetik, die Charakterstärke des Einzelnen und Einheit des Ganzen idealisierte. Rühlmanns Konzeption wurzelte noch in den unmittelbar tradierten Klangvorstellungen des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts, fiel zeitlich aber auch schon mit der so genannten Orgelbewegung zusammen, die vermeintlich barocke Muster propagierte. Das Klangprofil der Orgel bezeugt eine kompromissfähige, aber unbestechliche Künstlerpersönlichkeit ihres Schöpfers. Ein Wandel der Ästhetik bringt im Orgelbau immer wieder das Paradox mutmaßlicher Verbesserung des Kunstwerkes mit sich. Die Orgel in St. Petri-Margarethen hatte das „Glück“ von solchen Veränderungen verschont geblieben zu sein, so dass die original spätromantische Disposition erhalten geblieben ist - ein Glücksfall in der deutschen Orgellandschaft. Der Prospekt der Orgel stammt von der früheren Orgel von Schulze und ist in seinen Biedermeierarbeiten denkmalgeschützt. 2009/2010 wurde das Gesamtkunstwerk Rühlmann-Orgel, nach Gründung eines Orgelfördervereins 2005, durch die Firma Jehmlich/Dresden restauriert, 2016 eine beheizbare und höhenverstellbare Orgelbank angeschafft. 

Der Organist:

Christian Kropp ist seit 2001 nebenamtlicher Organist in St. Petri-Margarethen. Er war von 1982 bis 2014 Organist an der Lutherkirche in Fulda und dem Städtischen Klinikum Fulda. Durch zahlreiche Veröffentlichungen ist er als Komponist über Mühlhausen hinaus bekannt geworden.

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Konzerte 2018:

Sonntag | 10.06.18 | 18 Uhr - Abendmusik - Abendgottesdienst mit besonderer Musik zum Abschluss des Sonntags

Freitag | 22.06.2018 | 19.30 Uhr – Sommerkonzert – Thema: Klassik to Go, Vol. 1
Sonntag | 08.07.2018 | 10 Uhr | Sorties - Französische Orgelmusik zum Ausgang (Teil 2)

Samstag | 01.09.2018 | 21 Uhr – Konzert zum Kirmesfeuerwerk - Thema: Klassik to Go, Vol. 2
Sonntag | 09.09.2018 | 14 Uhr – Große Orgelführung zum Tag des Offenen Denkmals 

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